Stadtderby-Krimi gegen HCS endet unentschieden

Nervenaufreibender und dramatischer hätte das Saarbrücker Stadtderby zwischen dem HC St. Johann und dem USC Saar nicht verlaufen können – ein Spiel, das letztlich keinen Verlierer verdient hatte und das somit zu Recht unentschieden endete. Doch der Reihe nach:

Die  zweitplatzierte Mannschaft des USC Saar ging mit einer personell stark dezimierten Mannschaft in das Topspiel der Bezirksliga West, in dem der viertplatzierte HC St. Johann die Unisportler am Samstagabend in der Bruchwiesenhalle empfing. Mit Flügelflitzer-Linkshänder Rudolf Siegel, Allrounder-Hüne Markus Langer und Spielmacher-Routinier Axel Koch fehlten dem USC drei wichtige Leistungsträger, die durch Stefan Birk und Yassine Othmane aus der zweiten Mannschaft vertreten wurden.

Das Spiel startete wie es die Tabellenkostellation erwarten ließ, da sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen konnte. Nach fünf Minuten führte der USC mit zwei Toren (2:4), nach 15 Minuten drehte der HCS die Führung auf 8:6. Beide Mannschaften waren insbesondere darauf bedacht, die Abwehrreihen zu verdichten, um dem Gegner keinen Raum für einfache Torabschlüsse zu öffnen. Diese diszipliniert defensive Spielausrichtung hatte zur Folge, dass dem HCS elf erzielte Tore in der ersten Halbzeit ausreichten, um mit einer Ein-Tore-Führung in die Pause zu gehen.

Doch der USC blieb hartnäckig und ließ nicht zu, dass der HCS die erkämpfte Führung ausbaut – nach 40 gespielten Minuten stand es 14:14. Nun verstärkte der USC auch seine offensiven Bemühungen, schaffte es insbesondere durch Rückraumtore und durch von Joschka Grossmann sicher verwandelte Siebenmeter drei Tore in Folge zu erzielen, während dem HC St. Johann die offensiven Ideen ausgingen, um die starke USC-Defensive vor dem abermals stark aufspielenden Keeper Thomas Jeske zu überwinden – 14:17 nach 43 Minuten, 16:19 fünf Minuten später. Doch nun drehte insbesondere Felix Lampen vonseiten des HCS auf, schaffte durch Eins-gegen-Eins-Aktionen wiederholt den Durchbruch durch die USC-Defensive, erzielte nun vier seiner insgesamt überragenden 11 Treffer, während die Angriffe der Unisportler zu unvorbereitet und überhastet abgeschlossen wurden. Innerhalb von drei Minuten drehte der HCS abermals das Spiel und ging in der Folge gar mit zwei Toren in Führung. Doch der USC ließ sich nicht abschütteln und schaffte 40 Sekunden vor Spielende erneut den Ausgleich, ehe das Spiel seinen dramatischen Schluss- und Höhepunkt fand:

Der letzte Angriff des HCS wurde von einem USC-Foul unterbrochen. Der Ball rollte ins Toraus, wo USC-Keeper Thomas Jeske den Ball aufnahm. Zwei HCS-Spieler drängten den Keeper dazu, den Ball freizugeben, um ihren Freiwurf möglichst schnell ausführen zu können, doch Jeske warf den Ball einige Meter von sich. Der Schiedsrichter ahndete dieses Vergehen mit einer roten Karte gegen den Torhüter und sprach dem HCS fünf Sekunden vor Spielende einen Siebenmeter zu. Doch damit nicht genug: Thomas Jeske war der einzige Torhüter im USC-Kader, sodass ein Feldspieler sich das Torwart-Trikot überstülpen musste. Der Auserwählte war schnell gefunden, da Matthias Segner seine Torwartreflexe schon im Training des Öfteren unter Beweis stellte. Die Zuschauer in der Bruchwiesenhallte hielten den Atem an und sahen, dass Matthias Segner den spielentscheidenden Siebenmeter mit einem sensationellen Reflex abwehrte. Die USC-Spieler lagen sich in den Armen und sprangen über das Spielfeld!

Letztlich verdiente sich weder der HCS noch der USC zwei Punkte in diesem Stadtderby; gleichzeitig zeigten beide Mannschaften eine beherzte, kämpferische Leistung, sodass die Punkteteilung völlig in Ordnung geht. Durch den Punktverlust verliert der USC jedoch den Anschluss zum Tabellenführer aus Köllertal, der sich durch einen Sieg in Fraulautern mit nun zwei Punkten von den Unisportlern absetzte.

Für den USC spielten:

Thomas Jeske, Matthias Segner (beide Tor / 3), Ibrahim Chagga Mukladzija (3), Stefan Birk (2), Fabian Scher (2), Habib Hamdani (4), David Eckstein (2), Lukas Köppen (4), Joschka Grossmann (4), Yassine Othmane